Wir über uns


Zur Geschichte von ascolta


Das Stuttgarter Ensemble ascolta ging hervor aus dem unter dem Dach von „Musik der Jahrhunderte" gegründeten Ensemble Varianti, welches seit 1994 zeitgenössische Musik in variablen Ensemble- und Kammermusikbesetzungen im In- und Ausland aufführte. Bei nahezu allen europäischen Festivals für Neue Musik war Varianti vertreten, zahlreiche Einspielungen liegen auf CD vor.

Seit 2002 präsentiert sich das Ensemble nach einer Umstrukturierung in fester, kammermusikalischer Besetzung: Trompete, Posaune, 2 Schlagzeuger, Klavier/Cembalo/Synthesizer, Violoncello und Gitarre/E-Gitarre/E-Bass. Dieses Klangbild mit tiefen, ursprünglichen Farben, vielen spektralen Möglichkeiten sowie einer starken Konzentration auf Schlag- und Rhythmusinstrumente soll die derzeitige Ensemblelandschaft substanziell erweitern und ergänzen. Die begeisterten Reaktionen zahlreicher Komponisten, die spontan zusagten, für das Ensemble zu schreiben, bestärkten uns in der Überzeugung, dass wir mit dieser neuartigen Besetzung auch neuartige klangliche Positionen artikulieren können. Das Ensemble gab sich 2003 den neuen Namen ascolta.

Ziele

Die Neugründung des Ensembles wurde wesentlich getragen vom Wunsch, eigene Koordinaten für die Arbeit festzulegen. Der allseits übliche Zeitdruck prägt mittlerweile leider auch vielfach die künstlerische Produktion. ascolta bemüht sich, nicht nur bei der Einstudierung der Werke unzeitgemäße Ruhe, Verantwortung und Sorgfalt herrschen zu lassen, sondern auch bei der Auswahl von Repertoire und der Entwicklung neuer Instrumente und neuer Spieltechniken.

Die Mitglieder, die teilweise auch solistisch oder als Komponisten tätig sind, sehen es als ihre Aufgabe an, den Komponisten während des Kompositionsprozesses so weit wie möglich zum Experimentieren zur Verfügung zu stehen. Jedes Mitglied übernimmt Aufgaben der künstlerischen Leitung und des Managements.

In der Vergangenheit hat es sich immer wieder gezeigt, dass die Blüte von bestimmten Sparten des Repertoires und damit ganze musikgeschichtliche Entwicklungen untrennbar mit dem außergewöhnlichen Engagement einzelner Personen oder Klangkörper verbunden ist. Umgekehrt kann sich ein Komponist, der sich ein bestimmtes Klangbild wünscht, in der Regel nicht artikulieren, wenn die vorhandenen Ensembles dieses Klangbild nicht anbieten können bzw. nicht fördern wollen. Schon in den Vorgesprächen mit Komponisten wurde immer wieder die Einschätzung zum Ausdruck gebracht, ascolta könne durch die Pflege eben dieses Klangs ein umfangreiches Repertoire ermöglichen, das im besten Sinne zeitgemäß sein wird. Darüber hinaus ist es vielen Komponisten offenbar nicht nur ein Bedürfnis, für diese neuartige Besetzung zu schreiben, sondern in Zusammenarbeit mit den bestimmten Interpreten des Ensembles, die ihre im Rahmen einer ausgedehnten Konzerttätigkeit gewonnenen Erfahrungen und ihre spezifischen instrumentalen Fähigkeiten einbringen wollen, neue Ideen zu entwickeln.

Neben dem neu entstehenden Repertoire für die genannten sieben Instrumente pflegt das Ensemble auch verschiedene kleinere Besetzungen. Es tritt u.a. mit Duo- und Trioprogrammen für Posaune, Violoncello und Klavier, für Trompete und Posaune oder Klavier und Schlagzeug auf.

Konzerttätigkeit und Repertoire

Der SWR Stuttgart sprach ascolta in den vergangenen Jahren immer wieder das Vorschlagsrecht für Kompositionsauftäge zu. Beim Festival «Eclat» Ende Januar 2004 im neuen Theaterhaus wurden im Zuge dessen zwei Werke von Gerald Eckert und Hans Thomalla zur Uraufführung gebracht. 2006 folgte die Uraufführung von Olga Neuwirths "Spazio Elastico". Im gleichen Jahr wurden neue Werke von Rolf Riehm, Michel Roth, Hans Tutschku und Hans Thomalla aufgeführt, das Ensemble trat erstmals beim Festival in Luzern, bei den Weltmusiktagen in Stuttgart und beim Festival in Witten auf. Ebenfalls 2006 entstanden in Zusammenarbeit mit dem „Forum Neues Musiktheater" der Staatsoper Stuttgart zwei Opernproduktionen.
2004 trat das Ensemble auf Einladung des SWR in der Reihe „ars nova" mit einem Programm „Music for Marcel Duchamp" in Trier auf - neben Werken aus dem unmittelbaren Umkreis von John Cage und Marcel Duchamp standen dabei umfangreiche Aktionen zahlreicher Fluxuskünstler im Mittelpunkt. Für das Fluxus-Jahr 2012 sind weitere Auftritte in Planung, eine filmische Kurzdokumentation des Programms findet man hier.


Seit 2006 arbeitet ascolta an einem Projekt mit der Musik von Frank Zappa. In einem vom Hauptstadtkulturfond geförderten Konzert am 14. Juli 2007 in Berlin präsentierte das Ensemble bisher unveröffentlichte Synclavierwerke von Frank Zappa in eigenen Arrangements für die ascolta-Besetzung. Dazu entstand in Zusammenarbeit mit Deutschlandradio Kultur eine CD, die im Zappa-Label in Los Angeles erscheinen soll. Nach Konzerten in Stuttgart, Huddersfield und Dresden-Hellerau wird ascolta plays Zappa im September 2013 mit neuen Werken beim Lucerne Festival kommen.


In Zusammenarbeit mit der Staatsgalerie Stuttgart entstand 2004 ascoltas Filmprojekt unter dem Titel „Gehörgang ins Auge". Zu diesem Anlass vergab ascolta zunächst fünf Kompositionsaufträge zu experimentellen Stummfilmen der 1920er Jahre von Oskar Fischinger und Hans Richter. Seit 2006 entstanden dann in Kooperation mit ZDF/ARTE und dem ZKM Karlsruhe weitere Film-Kompositionen von Olga Neuwirth, Sven-Ingo Koch u.a., die ascolta in zwei Staffeln für eine DVD-Veröffentlichung produzierte und die in der Folge mehrfach ausgestrahlt wurden.
Das Filmprojekt wird ständig weiter entwickelt: seit 2008 entstanden neue „Film-Musiken" von Carola Bauckholt, Clemens Gadenstätter, Georg Katzer, Friedrich Schenker und Iris ter Schiphorst, die in Mainz (SWR ars nova), Leipzig (MDR Musiksommer), Dresden (Tonlagenfestival Hellerau), Salzburg (Biennale), Baku/Aserbaidschan und Hannover (Kunstfestspiele Herrenhausen) aufgeführt wurden. Am 8. und 9. Oktober 2011 wird ascolta in Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Kunstakademie und Musikhochschule erstmals auch aktuelle Fime mit neuer Musik zeigen, im Rahmen eines Festivalwochenendes mit Konzerten, Symposium, Filmnacht und Podiumsdiskussionen.


Mit Chaya Czernowin wurde ein Projekt anlässlich ihres 50. Geburtstages durchgeführt, das sieben Komponisten aus unterschiedlichen Kulturen einbezog. Dieses "Dialogue Experiment" wurde ab November 2006 von ascolta in Zusammenarbeit mit den Komponisten über zwei Jahre entwickelt und 2008 in Donaueschingen uraufgeführt. Es folgten weitere Aufführungen bei Wien Modern im November 2008 und in der Konzertreihe "ascolta plays..." im Mai 2009.

Seit 2009 bewegt sich ascolta mit seinem Programm "Bühnen/Szenen" auf dem Grat zwischen herkömmlicher Konzertsituation und szenischer Darstellung. So entstand in enger Zusammenarbeit mit Elena Mendoza, Trägerin des spanischen Nationalpreises, das Werk "Fragmentos de teatro imaginario", 2010 und 2011 folgten neue Werke von Hans-Joachim Hespos und Rolf Riehm. Weitere Kompositionen des Programms stammen von Francesco Filidei und Jennifer Walshe.

Für die kommenden Jahren sind neue Werke u.a. von Beat Furrer, Marco Nikodijevic, Simon Steen-Andersen und Ming Tsao in Planung oder im Entstehen, für die Festivals in Luzern, Witten, Donaueschingen und das Festival Eclat in Stuttgart sind Einladungen ausgesprochen.


Konzertreihe


Seit 2008 veranstaltet ascolta, gefördert vom Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart, eine eigene Konzertreihe unter dem Namen "ascolta plays..".